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Psychedelic Facilitation Training — Umfassende Ausbildung für professionelle psychedelische Begleitung.

Psychedelic Facilitation Training

Die umfassende Ausbildung für angehende psychedelische Facilitatoren. Von ethischer Haltung über Substanzkunde und Krisenintervention bis hin zu Integration und Gruppenarbeit — 14 Module für professionelle Begleitung.

Was du lernst

  • Du erkennst, warum dein eigener innerer Zustand die Qualität der Begleitung direkt beeinflusst
  • Du hast ein persönliches Pre-Session-Ritual entwickelt
  • Du kannst ehrlich einschätzen, ob du an einem gegebenen Tag die Kapazität hast, Raum zu halten

Du bist das Instrument

In der Welt der psychedelischen Begleitung gibt es eine unbequeme Wahrheit: Du bist das wichtigste Werkzeug im Raum. Nicht die Musik. Nicht das Setting. Nicht die Substanz. Du.

Dein Nervensystem spricht mit den Nervensystemen deiner Teilnehmern. Deine Ruhe wird zu ihrer Sicherheit. Deine Unruhe wird zu ihrer Angst. Das ist keine Esoterik — das ist Neurobiologie. Co-Regulation ist ein gut dokumentiertes Phänomen: Nervensysteme stimmen sich aufeinander ab, besonders in Zuständen erhöhter Offenheit und Verletzlichkeit.

Wenn du an einem Tag, an dem du selbst emotional aufgewühlt bist, versuchst, Raum für andere zu halten, dann hältst du keinen Raum — du kontaminierst ihn. Nicht absichtlich, nicht böswillig — aber spürbar.

Der Abend vorher

Die Vorbereitung beginnt nicht am Morgen des Sitzungstages. Sie beginnt am Abend vorher.

Schlaf: Priorität Nummer eins. Kein Netflix-Marathon bis Mitternacht. Kein alkoholischer Schlummertrunk. Dein Ziel: 7–8 Stunden qualitätsvoller Schlaf. Wenn du weißt, dass du vor wichtigen Tagen schlecht schläfst, entwickle ein Schlafprotokoll: kein Bildschirm ab 21 Uhr, leichte Abendmahlzeit, Atemübung oder Meditation vor dem Einschlafen.

Ernährung: Leicht und nährend. Kein schweres Essen, kein Alkohol, minimale Stimulanzien. Dein Körper braucht am nächsten Tag Ausdauer und Klarheit.

Mentale Vorbereitung: Lies deine Notizen zu den Teilnehmern nochmal durch. Nicht um zu analysieren — sondern um ihre Gesichter, ihre Geschichten, ihre Intentionen präsent zu haben. Dann: Leg die Notizen weg. Du hast dich vorbereitet. Jetzt vertraue.

Der Morgen

Du wachst auf. Wie geht es dir? Diese Frage ist nicht rhetorisch.

Körperlicher Scan:

  • Habe ich gut geschlafen?
  • Fühle ich mich körperlich fit?
  • Gibt es Schmerzen, Verspannungen, Unwohlsein?
  • Bin ich ausreichend hydriert?

Emotionaler Scan:

  • Was ist mein dominantes Gefühl gerade?
  • Trage ich etwas von gestern mit, das nicht zum heutigen Tag gehört?
  • Bin ich emotional belastet durch eigene Themen?
  • Gibt es eine Person oder Situation, die gerade viel Raum in mir einnimmt?

Energetischer Scan:

  • Fühle ich mich voll genug, um heute zu geben?
  • Oder bin ich bereits erschöpft, bevor der Tag begonnen hat?

Wenn die Antworten auf diese Fragen besorgniserregend sind, dann hast du eine Entscheidung zu treffen. Und diese Entscheidung erfordert mehr Mut als jede andere in diesem Beruf: Kann ich heute Raum halten — oder nicht?

Die schwierigste Entscheidung

Es gibt Tage, an denen die ehrliche Antwort lautet: Nein. Nicht heute. Ich bin nicht resourced genug.

Das zu erkennen und danach zu handeln ist kein Versagen — es ist professionelle Reife. Ein Chirurg operiert nicht mit Fieber. Ein Pilot fliegt nicht betrunken. Ein Facilitator hält keinen Raum, wenn der eigene Raum leer ist.

Was tust du in diesem Fall? Das hängt vom Kontext ab:

  • Wenn du im Team arbeitest: Kommuniziere ehrlich. Übergib die Leitungsrolle. Unterstütze von der Seite.
  • Wenn du allein arbeitest: Verschiebe — wenn möglich. Wenn nicht möglich, reduziere. Halte einfachen, stabilen Raum, ohne Tiefenarbeit.
  • In jedem Fall: Dokumentiere für dich, was los war. Nicht als Selbstgeißelung — sondern als Lernprozess.

Dein Pre-Session-Ritual

Entwickle ein persönliches Ritual, das dich am Morgen eines Sitzungstages in deine Facilitator-Rolle bringt. Das ist kein esoterischer Hokuspokus — das ist professionelle Vorbereitung, ähnlich wie ein Athlet, der sich vor dem Wettkampf aufwärmt.

Mögliche Elemente:

  • Körperliche Bewegung: 20 Minuten Yoga, Stretching oder ein Spaziergang. Dein Körper muss wach und durchlässig sein.
  • Atemarbeit: 10 Minuten bewusstes Atmen. Nicht als Technik, sondern als Ankommen im eigenen Körper.
  • Meditation oder Stille: 10–15 Minuten Sitzen in Stille. Nicht um den Geist zu leeren — sondern um zu hören, was da ist.
  • Intention setzen: Was ist deine Intention für die heutige Begleitung? Nicht was du tun willst — sondern wie du sein willst. Präsent. Mitfühlend. Klar. Mutig.
  • Persönliches loslassen: Bewusst die eigene Agenda ablegen. Heute bist du nicht für dich da — du bist für andere da. Das bedeutet nicht, dich selbst zu vergessen. Es bedeutet, deine eigenen Themen bewusst an die Seite zu legen.

Kenne deine Trigger

Jeder Facilitator hat Trigger. Themen, die dich emotional aktivieren. Teilnehmer-Dynamiken, die alte eigene Muster ansprechen. Emotionale Äußerungen, die dich destabilisieren.

Deine Trigger zu kennen ist kein Zeichen von Schwäche — es ist die Voraussetzung für gute Arbeit. Was du nicht kennst, kontrolliert dich. Was du kennst, kannst du navigieren.

Häufige Facilitator-Trigger:

  • Teilnehmer, die dich an eigene Familienmitglieder erinnern
  • Themen, die du selbst noch nicht integriert hast
  • Hilflosigkeit — wenn du nicht weißt, was du tun sollst
  • Übertragung — wenn Teilnehmer dich idealisieren oder abwerten
  • Eigene Erfahrungen, die durch das Material der Teilnehmer reaktiviert werden

Die Lösung ist nicht, keine Trigger zu haben. Die Lösung ist Supervision, Eigenarbeit und ehrliche Selbstreflexion — kontinuierlich, nicht nur wenn etwas schiefgeht.

Die Arbeit als Facilitator erfordert kontinuierliche Selbstreflexion und Supervision. Diese Lektion ist kein Ersatz für professionelle Begleitung deiner eigenen Prozesse.

Forschungskontext

Forschung deutet darauf hin, dass die innere Haltung und emotionale Präsenz des Facilitators einen messbaren Einfluss auf das Wohlbefinden und die Erfahrungstiefe der Teilnehmer hat. Die Begleitbeziehung ist einer der stärksten Prädiktoren für positive Ergebnisse.

Phelps, 2017.

Übung

Übung — Self-Check-In:

Entwickle eine persönliche Checkliste mit 5–7 Fragen, die du dir am Morgen eines Sitzungstages stellst. Zum Beispiel: „Habe ich gut geschlafen?" „Bin ich emotional belastet durch eigene Themen?" „Fühle ich mich körperlich fit?" „Kann ich heute wirklich präsent sein?"

Schreib die Checkliste auf und hänge sie dort auf, wo du sie am Morgen siehst.