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Psychedelic Facilitation Training — Umfassende Ausbildung für professionelle psychedelische Begleitung.

Psychedelic Facilitation Training

Die umfassende Ausbildung für angehende psychedelische Facilitatoren. Von ethischer Haltung über Substanzkunde und Krisenintervention bis hin zu Integration und Gruppenarbeit — 14 Module für professionelle Begleitung.

Was du lernst

  • Du hast eine vollständige Checkliste der benötigten Materialien für Einzel- und Gruppensitzungen
  • Du verstehst das Prinzip „weniger ist mehr" bei der Ausstattung
  • Du weißt, welche Notfallmaterialien griffbereit sein müssen

Die Essentials — Was du wirklich brauchst

Die Ausstattung eines Erfahrungsraums folgt einem klaren Prinzip: Alles, was Sicherheit und Komfort schafft, ist essenziell. Alles andere ist optional — und möglicherweise störend.

Es gibt einen Unterschied zwischen einem gut ausgestatteten Raum und einem überladenen Raum. In verändertem Bewusstseinszustand kann „zu viel" genauso problematisch sein wie „zu wenig". Dein Ziel ist eine Umgebung, die trägt, ohne abzulenken.

Grundausstattung: Liegen und Sitzen

Für Einzelsitzungen:

  • Eine breite Matratze oder Matte (mindestens 90 cm breit, 200 cm lang)
  • Weiches, sauberes Laken oder Überzug
  • 2–3 Kissen verschiedener Größen
  • 2 Decken (eine leicht, eine warm)
  • Optional: Yogamatte für Phasen, in denen die Person sich bewegen möchte

Für Gruppensitzungen:

  • Pro Person: Matratze/Matte + 2 Kissen + 2 Decken
  • Mindestabstand zwischen den Liegeplätzen: 1 Meter
  • Sitzkissen oder Meditationskissen für Phasen des Aufrichtens
  • Sichtschutz zwischen den Liegeplätzen (Paravents, Tücher) — optional, aber wertvoll

Augenmasken

Einfache, weiche Schlafmasken — dunkel, leicht, ohne Druck auf die Augen. Halte immer Ersatzmasken bereit. Manche Teilnehmer bevorzugen ein weiches Tuch über den Augen statt einer Maske.

Hydration und Verpflegung

Immer verfügbar:

  • Stilles Wasser in ausreichender Menge (rechne 1,5–2 Liter pro Person)
  • Becher oder Trinkflaschen mit Verschluss (offene Gläser werden umgestoßen)
  • Leichte Snacks: frisches Obst (geschnitten, griffbereit), Nüsse, Cracker
  • Kräutertee (vorher zubereiten, in Thermoskanne warmhalten)

Nicht empfohlen während der Erfahrung:

  • Schwere Mahlzeiten, Milchprodukte, stark gewürzte Speisen
  • Koffeinhaltige Getränke, zuckerhaltige Limonaden

Komfort-Items

Diese kleinen Dinge können einen großen Unterschied machen:

  • Taschentücher: Immer. Überall. Weinen ist häufig, und eine Packung Taschentücher in Reichweite ist Fürsorge in Reinform.
  • Wärmflaschen: Körpertemperatur kann schwanken. Eine warme Flasche auf dem Bauch oder an den Füßen kann enorm beruhigend wirken.
  • Ätherische Öle: Lavendel, Orange, Pfefferminze — nur wenn die Person es wünscht und nicht duftsensibel ist. Immer verdünnt, nie direkt.
  • Handtücher: Für Schweiß, Tränen oder als zusätzliche Unterlage.
  • Socken: Warme, weiche Socken. Füße werden oft kalt.
  • Spuckbeutel: Diskret verfügbar. Übelkeit ist nicht ungewöhnlich.

Notfallmaterialien

Diese Materialien sind nicht optional. Sie müssen griffbereit, überprüft und vollständig sein.

Erste-Hilfe-Set:

  • Verbandsmaterial, Pflaster, sterile Kompressen
  • Desinfektionsmittel
  • Einmalhandschuhe
  • Rettungsdecke

Medizinische Überwachung:

  • Blutdruckmessgerät (digital, einfach zu bedienen)
  • Pulsoximeter (optional, aber empfohlen)
  • Fieberthermometer

Kommunikation:

  • Aufgeladenes Telefon mit Notfallnummern
  • Adresse des nächsten Krankenhauses (ausgedruckt, sichtbar)
  • Kontaktdaten des verantwortlichen Arztes oder der Notfall-Kontaktperson
  • Adresse des Veranstaltungsortes (für Rettungsdienst — klingt banal, ist im Stress essenziell)

Teilnehmer-Daten:

  • Medizinische Informationen jedes Teilnehmern — ausgedruckt, in einem Ordner, sofort zugänglich
  • Notfallkontakte der Teilnehmer
  • Allergien und Unverträglichkeiten

Technik

Musikanlage:

  • Zuverlässiges Audiosystem (Bluetooth-Lautsprecher oder kabelgebundenes System)
  • Backup-Musikquelle (zweites Gerät, falls das erste ausfällt)
  • Playlist offline verfügbar — kein Streaming, kein WLAN-Abhängigkeit
  • Fernbedienung oder schnell erreichbare Steuerung

Beleuchtung:

  • Dimmbare Lampen (Stehlampen mit Dimmer, Salzlampen, LED-Streifen auf warmweiß)
  • Kerzen: nur echte verwenden, wenn auf feuerfester Unterlage und beaufsichtigt
  • LED-Kerzen als sichere Alternative

Telefon-frei:

  • Teilnehmer legen ihre Telefone ab — in einen Korb, in eine Kiste, in ein anderes Zimmer
  • Facilitator: Telefon auf lautlos, aber erreichbar für Notfälle

Das „Weniger ist mehr"-Prinzip

Es gibt eine Versuchung, den Raum mit bedeutungsvollen Objekten, schönen Tüchern, Kristallen, Federn und Räucherstäbchen zu füllen. Widerstehe dieser Versuchung — zumindest teilweise.

Jedes Objekt im Raum wird in verändertem Zustand intensiver wahrgenommen. Ein einzelner schöner Stein kann ein Anker sein. Zwanzig Steine werden zu visuellem Rauschen.

Die Faustregel: Wenn du zweifelst, ob etwas in den Raum gehört — lass es weg. Was fehlt, kann geholt werden. Was zu viel ist, stört.

Die hier beschriebene Ausstattung dient der Sicherheit und dem Komfort in einem Coaching-Kontext. Medizinische Notfallausrüstung ersetzt keine professionelle medizinische Versorgung.

Forschungskontext

Forschung deutet darauf hin, dass physischer Komfort — Wärme, weiche Oberflächen, Zugang zu Wasser — die Fähigkeit der Teilnehmer, sich dem Prozess zu überlassen, signifikant unterstützt.

Richards, 2015 — Körperliches Unbehagen hingegen kann Widerstand und Angst verstärken.

Übung

Übung — Packliste erstellen:

Erstelle deine persönliche Facilitator-Packliste für eine Gruppensitzung mit 6 Teilnehmern. Geh jede Kategorie durch: Komfort, Hydration, Notfall, Technik, Hygiene.

Was fehlt? Was ist überflüssig? Teste deine Liste bei einem Probelauf.