
Psychedelische Integration
Der umfassende Integrationskurs für alle, die eine psychedelische Erfahrung verarbeiten und in ihr Leben einbetten möchten. Von Neurowissenschaft über Schattenarbeit bis hin zu Langzeit-Integration — 12 Module für nachhaltigen Wandel.
Was du lernst
Du verstehst das Konzept der „inneren Teile" als Selbsterforschungswerkzeug Du erkennst, warum psychedelische Erfahrungen oft verschiedene innere Stimmen sichtbar machen Du hast eine erste innere Landkarte deiner Teile erstellt
Du bist nicht eins — du bist viele
Kennst du das? Du willst etwas tun, aber ein Teil von dir sagt Nein. Du triffst eine Entscheidung, und gleichzeitig meldet sich eine innere Stimme, die zweifelt. Du bist mutig und ängstlich zugleich. Liebevoll und wütend. Offen und verschlossen.
Das ist kein Widerspruch. Das ist normal. Du bist kein monolithisches „Ich" — du bist eine innere Gemeinschaft.
Das Teile-Modell
Die Teilearbeit basiert auf einer einfachen und kraftvollen Idee: Dein inneres System besteht aus verschiedenen Teilen, die jeweils ihre eigene Perspektive, ihre eigenen Bedürfnisse und ihre eigene Geschichte haben.
Das ist keine Pathologie. Es ist die natürliche Architektur des menschlichen Geistes.
Beispiele für innere Teile:
- Der innere Kritiker — „Das war nicht gut genug"
- Das innere Kind — verletzlich, spontan, bedürftig
- Der Beschützer — „Zeig das niemandem, das ist gefährlich"
- Der Antreiber — „Mehr, schneller, besser"
- Der Vermeidende — „Lass uns das lieber nicht fühlen"
- Die weise Instanz — ruhig, klar, mitfühlend
Jeder dieser Teile hat eine Funktion. Selbst die Teile, die dich nerven oder behindern, versuchen, dich zu beschützen. Sie tun es nur manchmal auf eine Art, die nicht mehr hilfreich ist.
Warum Psychedelika innere Teile sichtbar machen
Während psychedelischer Erfahrungen werden die gewohnten Kontrollmechanismen gelockert. Das bedeutet:
- Teile, die normalerweise im Hintergrund arbeiten, treten in den Vordergrund
- Du hörst vielleicht verschiedene „Stimmen" oder erlebst verschiedene Perspektiven gleichzeitig
- Unterdrückte Teile — besonders das innere Kind und schmerzhafte Erinnerungsträger — können auftauchen
- Der innere Kritiker kann lauter oder leiser werden
Viele Menschen berichten, dass sie während psychedelischer Erfahrungen zum ersten Mal bewusst wahrgenommen haben, dass sie aus verschiedenen Teilen bestehen. Integration bedeutet jetzt: Diese Teile kennenlernen, verstehen und in ein besseres Miteinander bringen.
Die Grundhaltung: Neugier statt Urteil
In der Teilearbeit gibt es eine zentrale Regel: Kein Teil ist schlecht. Kein Teil muss eliminiert werden. Jeder Teil hat eine Funktion — auch wenn diese Funktion veraltet oder übertrieben sein mag.
Anstatt Teile zu bekämpfen, gehst du in den Dialog mit ihnen:
- „Was versuchst du zu beschützen?"
- „Was brauchst du?"
- „Was würdest du tun, wenn du dir keine Sorgen machen müsstest?"
Diese Fragen verändern die Beziehung zu deinen inneren Teilen. Aus Kampf wird Kooperation.
Dein „Selbst" — Die innere Führung
In der Teilearbeit gibt es neben den Teilen ein weiteres Konzept: das Selbst. Das Selbst ist kein Teil — es ist der Ort in dir, der alle Teile beobachten kann, ohne sich mit einem zu identifizieren.
Wenn du in einem Zustand von Ruhe, Klarheit, Mitgefühl und Neugier bist — dann bist du wahrscheinlich im Kontakt mit deinem Selbst.
Psychedelische Erfahrungen können den Zugang zu diesem Selbst erleichtern — manchmal zum ersten Mal. Integration bedeutet, diesen Zugang auch im Alltag zu finden und zu pflegen.
Forschungskontext
Richard Schwartz entwickelte das Internal Family Systems (IFS)-Modell in den 1990er Jahren. Die Grundidee: Der menschliche Geist ist von Natur aus vielfältig — er besteht aus verschiedenen „Teilen" mit eigenen Perspektiven, Bedürfnissen und Funktionen.
Neuere Forschung (Falconer et al., 2019) bestätigt, dass die Arbeit mit inneren Teilen messbare positive Effekte auf Selbstmitgefühl hat.
Übung
Übung: Deine innere Landkarte
Nimm ein großes Blatt Papier und zeichne einen Kreis in die Mitte — das bist „du."
Zeichne dann weitere Kreise drumherum für verschiedene Teile, die du in dir erkennst:
- Gib jedem Teil einen Namen oder eine Rolle
- Zeichne die Größenverhältnisse (manche Teile sind lauter als andere)
- Zeichne Verbindungslinien (welche Teile kennen sich?)
- Markiere, welche Teile während der psychedelischen Erfahrung besonders aktiv waren