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Psychedelic Facilitation Training — Umfassende Ausbildung für professionelle psychedelische Begleitung.

Psychedelic Facilitation Training

Die umfassende Ausbildung für angehende psychedelische Facilitatoren. Von ethischer Haltung über Substanzkunde und Krisenintervention bis hin zu Integration und Gruppenarbeit — 14 Module für professionelle Begleitung.

What you'll learn

  • Du kennst bewährte Methoden, um Vertrauen und Verbindung in einer neuen Gruppe aufzubauen
  • Du verstehst, wie du die Intimität einer Gruppe schrittweise vertiefst, ohne Teilnehmer zu überfordern
  • Du kannst Dyaden-Übungen und Intention-Sharing als Werkzeuge der Gruppenkohäsion einsetzen

Kennenlernen & Verbindung

Die ersten Stunden bestimmen alles

Wenn Teilnehmer zu einem Retreat ankommen, bringen sie mehr mit als einen Koffer. Sie bringen Erwartungen, Ängste, Hoffnungen und eine grundlegende Frage: Bin ich hier sicher? Kann ich diesen Menschen vertrauen?

Die Art, wie du die ersten Stunden gestaltest, beantwortet diese Frage — bewusst oder unbewusst. Jeder Moment ist ein Signal. Wie du begrüßt, wie du den Raum einrichtest, wie du die erste gemeinsame Runde moderierst. Alles zählt.

Namenkreise — Der einfachste Anfang

Beginne mit dem Offensichtlichen: Namen. Aber mach daraus mehr als eine Pflichtübung. Ein Namenkreis kann zum ersten gemeinsamen Ritual werden.

Variante 1 — Name und Bewegung: Jeder sagt seinen Namen und macht eine Geste. Die Gruppe wiederholt beides. Das erzeugt Lachen, lockert die Anspannung und verankert die Namen im Körpergedächtnis.

Variante 2 — Name und ein Wort: Jeder sagt seinen Namen und ein Wort, das beschreibt, wie er gerade hier ankommt. „Maria — neugierig." „Thomas — nervös." „Lena — dankbar." Keine Erklärung nötig. Nur ein Wort. Das senkt die Schwelle und gibt gleichzeitig einen ersten ehrlichen Einblick.

Vertrauen aufbauen — schrittweise

Vertrauensaufbau in Gruppen folgt einer natürlichen Dynamik. Du kannst sie nicht überspringen, aber du kannst sie bewusst gestalten. Die Reihenfolge ist entscheidend:

  1. Oberflächliche Verbindung: Namen, Herkunft, ein leichter Austausch. Sicherheit im Bekannten.
  2. Persönliche Ebene: Was hat dich hierher geführt? Was erhoffst du dir? Erste Verletzlichkeit, noch in der Komfortzone.
  3. Tiefere Ebene: Intention-Sharing, persönliche Geschichten, emotionale Wahrheiten. Hier wird es real.
  4. Gruppenintimität: Gemeinsame Erfahrungen, geteilte Momente, das Gefühl von „Wir".

Wenn du Stufe 3 versuchst, bevor Stufe 1 abgeschlossen ist, erzeugst du Widerstand. Manche Teilnehmer ziehen sich zurück, andere werden oberflächlich kooperativ, aber innerlich verschlossen. Tempo ist kein Zeichen von Effizienz — es ist ein Zeichen von Unsicherheit.

Dyaden-Übungen

Dyaden — Übungen zu zweit — sind eines der wirksamsten Werkzeuge für schnellen Vertrauensaufbau. Warum? Weil die Intimität einer Zweier-Situation leichter auszuhalten ist als die Exposition vor der gesamten Gruppe.

Grundstruktur einer Dyade:

  • Zwei Personen sitzen sich gegenüber
  • Eine spricht, die andere hört zu — ohne zu kommentieren, zu nicken oder zu reagieren
  • Nach einer festgelegten Zeit wird gewechselt
  • Am Ende: kurzer Austausch darüber, wie es war

Themenvorschläge für Retreats:

  • „Was mich hierher geführt hat"
  • „Wovor ich gerade am meisten Respekt habe"
  • „Was ich mir von dieser Erfahrung erhoffe"
  • „Was ich loslassen möchte"

Das Besondere an der Dyade: Sie trainiert gleichzeitig Sprechen und Zuhören. Beides sind Kernkompetenzen für die Gruppenarbeit.

Intention-Sharing

Die gemeinsame Runde, in der jeder Teilnehmer seine Intention für das Retreat teilt, ist mehr als ein Ritual. Sie ist ein Akt des Vertrauens und der Verbindlichkeit — gegenüber sich selbst und der Gruppe.

Wie du Intention-Sharing anleitest:

  • Erkläre den Unterschied zwischen Erwartung und Intention (Erwartung: „Ich will, dass X passiert." Intention: „Ich öffne mich für…")
  • Gib den Teilnehmern 5–10 Minuten stille Reflexionszeit
  • Lade ein, die Intention in 1–3 Sätzen zu teilen — nicht zu erklären oder zu rechtfertigen
  • Halte den Raum still nach jedem Beitrag. Kein Applaus, kein Kommentar.

Vulnerabilitäts-Übungen — mit Vorsicht

Übungen, die Verletzlichkeit einladen, sind kraftvoll. Aber sie brauchen Timing. Zu früh eingesetzt, wirken sie übergriffig. Richtig getimed, öffnen sie Türen, die sonst verschlossen bleiben.

Regel: Die Einladung zur Verletzlichkeit kommt immer vom Facilitator zuerst. Wenn du selbst bereit bist, etwas Echtes zu teilen (dosiert und angemessen), gibst du der Gruppe die Erlaubnis, dasselbe zu tun. Nicht durch Worte, sondern durch Vorleben.

Tempo und Geduld

Manche Gruppen verbinden sich in Stunden. Andere brauchen einen ganzen Tag. Beides ist normal. Dein Job ist nicht, Verbindung herzustellen — dein Job ist, die Bedingungen zu schaffen, unter denen sie entstehen kann. Der Unterschied ist subtil, aber entscheidend.

Psychedelische Retreats ersetzen keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung.

Research Context

Forschung deutet darauf hin, dass die Qualität der Gruppenkohäsion vor einer psychedelischen Erfahrung den subjektiven Verlauf signifikant beeinflusst. Teilnehmer, die sich in der Gruppe sicher und verbunden fühlen, berichten häufiger von bedeutungsvollen und weniger angstbesetzten Erfahrungen.

Kettner et al., Psychopharmacology, 2021. Yalom beschreibt in „The Theory and Practice of Group Psychotherapy" (2020, 6. Auflage), dass die ersten Stunden einer Gruppe den Ton für die gesamte gemeinsame Zeit setzen.

Exercise

Übung:

Probiere folgende Dyaden-Übung mit einer vertrauten Person: Setzt euch gegenüber. Person A spricht 3 Minuten ununterbrochen zum Thema „Was mich hierher geführt hat." Person B hört nur zu — kein Nicken, kein Kommentieren, kein Nachfragen. Dann tauscht ihr.

Besprecht danach: Wie war es, gehört zu werden, ohne unterbrochen zu werden?