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Psychedelic Facilitation Training — Umfassende Ausbildung für professionelle psychedelische Begleitung.

Psychedelic Facilitation Training

Die umfassende Ausbildung für angehende psychedelische Facilitatoren. Von ethischer Haltung über Substanzkunde und Krisenintervention bis hin zu Integration und Gruppenarbeit — 14 Module für professionelle Begleitung.

What you'll learn

  • Die Kraft der Stille als bewusstes Werkzeug in Sessions einsetzen
  • Akustische Instrumente (Klangschalen, Stimmgabeln, Trommeln) situationsgerecht nutzen
  • Eigene stimmliche Fähigkeiten als Begleitungswerkzeug entwickeln

Jenseits der Playlist — Stille, Klang und lebendige Musik

Während eine sorgfältig kuratierte Playlist das Rückgrat vieler Sessions bildet, gibt es Momente, in denen die kraftvollsten akustischen Erfahrungen jenseits aufgenommener Musik liegen. Stille, akustische Klanginstrumente und Live-Musik eröffnen eine Dimension der Begleitung, die keine Aufnahme ersetzen kann.

Die Kraft der Stille

Stille ist kein Fehlen von Musik — sie ist ein eigenständiges Werkzeug. In veränderten Bewusstseinszuständen kann bewusst gesetzte Stille:

  • Raum für innere Prozesse schaffen, die durch Musik überlagert würden
  • Introspektive Tiefe fördern, indem externe Stimulation wegfällt
  • Übergänge markieren zwischen verschiedenen Phasen der Erfahrung
  • Emotionalen Ausdruck ermöglichen, der sich in Stille leichter entfaltet

Setze Stille bewusst ein. Ein bis drei Minuten Stille nach einem emotionalen Musikstück können transformativ wirken. Der Teilnehmer spürt plötzlich den Nachhall — in seinem Körper, in seinen Emotionen, in seiner inneren Landschaft.

Wann Stille, wann Klang?

Als Orientierung:

  • Stille einsetzen, wenn der Teilnehmer tief in innerer Arbeit ist, nach emotionaler Intensität, oder wenn du spürst, dass er Raum braucht
  • Klang einsetzen, wenn der Teilnehmer Unterstützung bei der Erdung braucht, in Momenten der Angst oder Desorientierung, oder zum sanften Übergang zwischen Phasen

Klangschalen

Klangschalen erzeugen obertonreiche, lang anhaltende Schwingungen, die besonders in veränderten Zuständen intensiv wahrgenommen werden. Verschiedene Typen eignen sich für unterschiedliche Momente:

  • Tibetische Klangschalen (handgehämmert): Warme, erdige Obertöne. Ideal für Erdung und Beruhigung
  • Kristall-Klangschalen: Klare, durchdringende Frequenzen. Wirkungsvoll für Öffnung und Weite, aber mit Vorsicht einzusetzen — der Klang kann überwältigend sein
  • Kleine Klangschalen: Hohe, helle Töne. Gut zum sanften Markieren von Übergängen

Spiele Klangschalen leise und mit Pausen dazwischen. Lass den Klang ausklingen, bevor du erneut anschlägst.

Stimmgabeln

Stimmgabeln erzeugen reine Sinustöne ohne Obertöne. Sie eignen sich besonders für:

  • Körperarbeit: An verschiedene Körperstellen gehalten, übertragen sie Vibration direkt
  • Frequenzspezifische Arbeit: Verschiedene Frequenzen (z. B. 128 Hz, 256 Hz) wirken unterschiedlich auf das Nervensystem
  • Präzise Klangimpulse: Ein kurzer, klarer Ton kann Aufmerksamkeit bündeln oder einen Moment der Klarheit schaffen

Rasseln und Trommeln

Rhythmische Instrumente haben eine lange Geschichte in zeremoniellen Kontexten:

  • Rasseln: Leichte, schwirrende Klänge, die den Teilnehmer umhüllen. Gut für energetische Arbeit und Übergänge
  • Rahmentrommeln: Sanft gespielt erzeugen sie einen erdenden Puls. Der gleichmäßige Herzschlagrhythmus (ca. 60 BPM) wirkt beruhigend und orientierend
  • Schamanische Trommeln: Stärkere rhythmische Intensität. Nur verwenden, wenn du Erfahrung damit hast und der Kontext es erfordert

Stimme und Summen

Deine Stimme ist das unmittelbarste Instrument, das dir zur Verfügung steht:

  • Summen: Ein tiefer, gleichmäßiger Summton erzeugt eine vibrierende Präsenz im Raum. Er signalisiert dem Teilnehmer: „Ich bin hier, du bist nicht allein."
  • Voicing/Tönen: Das freie Intonieren von Vokalen (A, O, U) erzeugt Resonanz im eigenen Körper und im Raum
  • Sanftes Singen: Einfache Melodien ohne komplexen Text können tief berühren

Du musst nicht schön singen können. Die Authentizität und Präsenz deiner Stimme ist wichtiger als Tonreinheit.

Live-Instrumente

Wenn du ein akustisches Instrument spielst, kann es zu einem kraftvollen Begleitungswerkzeug werden:

  • Akustische Gitarre: Sanftes Fingerpicking erzeugt warme, vertraute Klangwelten
  • Harfe: Natürliche Obertöne und fließende Arpeggien wirken beruhigend
  • Flöte: Klare, ätherische Klänge, die Weite und Leichtigkeit vermitteln
  • Shruti-Box/Harmonium: Gleichmäßige Drones, die Raum und Tiefe erzeugen

Sound Bath als Begleitungsformat

Ein Sound Bath kombiniert mehrere akustische Instrumente zu einem immersiven Klangerlebnis. In der psychedelischen Begleitung eignet sich dieses Format besonders für:

  • Gruppenretreats, wo individuelle Musiksteuerung schwieriger ist
  • Die Übergangsphase zwischen Peak und Abstieg
  • Integrations-Sessions am Tag nach einer Erfahrung

Die Kombination aus Klangschalen, Stimmgabeln, sanftem Trommeln und Stimme schafft ein Klangfeld, das den gesamten Raum erfüllt und jeden Teilnehmer einlädt, seine eigene Erfahrung darin zu machen.

Minimale musikalische Fähigkeiten für Facilitators

Du brauchst keine musikalische Ausbildung. Was hilfreich ist:

  • Einen gleichmäßigen Summton halten können
  • Eine Klangschale kontrolliert anschlagen und ausklingen lassen
  • Gespür für Dynamik: leiser/lauter, schneller/langsamer
  • Die Fähigkeit, zuzuhören — dem Klang, dem Raum, dem Teilnehmer

Research Context

Forschung deutet darauf hin, dass gezielte Stille in psychedelischen Sessions introspektive Prozesse vertiefen kann. Die Abwesenheit externer akustischer Reize erlaubt dem Nervensystem, eigene innere Klanglandschaften zu erzeugen.

Preller & Vollenweider, „Phenomenology, Structure, and Dynamic of Psychedelic States", Current Topics in Behavioral Neurosciences, 2018.

Exercise

Klangschalen gibt es in vielen Qualitätsstufen. Für den Einstieg genügt eine einzelne handgehämmerte tibetische Klangschale in mittlerer Größe (ca. 15–20 cm). Probiere verschiedene aus und wähle eine, deren Klang dich selbst berührt.