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Psychedelic Facilitation Training — Umfassende Ausbildung für professionelle psychedelische Begleitung.

Psychedelic Facilitation Training

Die umfassende Ausbildung für angehende psychedelische Facilitatoren. Von ethischer Haltung über Substanzkunde und Krisenintervention bis hin zu Integration und Gruppenarbeit — 14 Module für professionelle Begleitung.

What you'll learn

  • Du kennst die wichtigsten Forschungszentren und ihre Schwerpunkte
  • Du verstehst die aktuellen rechtlichen Entwicklungen weltweit und kannst sie einordnen
  • Du kannst den Unterschied zwischen klinischer Forschung und Facilitation-Praxis erklären

Eine neue Ära

Forschungslandschaft: Weltkarte mit den wichtigsten psychedelischen Forschungszentren — Johns Hopkins, Imperial College, Universität Basel, UCSF, Charité Berlin

Wir leben in einer bemerkenswerten Zeit. Nach Jahrzehnten des Stillstands erlebt die psychedelische Forschung eine Renaissance, die an Geschwindigkeit und Umfang stetig zunimmt. Was in den 1990ern noch eine Karriere zerstören konnte — Interesse an Psychedelika —, ist heute ein anerkanntes Forschungsfeld an den renommiertesten Universitäten der Welt.

Als Facilitator musst du diese Landschaft kennen. Nicht, weil du Wissenschaftler bist — sondern weil die Menschen, die zu dir kommen, Fragen haben werden. Und weil die Forschung dir Werkzeuge gibt, um deine Arbeit zu verstehen und zu verbessern.

Die großen Forschungszentren

Johns Hopkins University (Baltimore, USA)

Das Center for Psychedelic & Consciousness Research, gegründet 2019 mit einem Startkapital von 17 Millionen Dollar, ist das erste Zentrum dieser Art an einer US-amerikanischen Universität seit den 1960ern. Unter der Leitung von Roland Griffiths (bis zu seinem Tod 2023) und heute Matthew Johnson hat das Zentrum Studien durchgeführt zu:

  • Psilocybin bei Depression und Angst
  • Psilocybin bei Nikotinabhängigkeit (Pilotdaten zeigen beeindruckende Abstinenzraten)
  • Psilocybin bei Anorexia nervosa
  • Die Natur mystischer Erfahrungen

Imperial College London (Großbritannien)

Das Centre for Psychedelic Research, geleitet von Robin Carhart-Harris (der 2022 an die UC San Francisco wechselte) und David Nutt, hat bahnbrechende Arbeiten zur Neurowissenschaft psychedelischer Zustände geleistet. Ihre bildgebenden Studien haben erstmals sichtbar gemacht, was im Gehirn unter dem Einfluss von Psilocybin und LSD passiert.

Die Schlüsselerkenntnisse:

  • Psychedelika reduzieren die Aktivität im Default Mode Network
  • Sie erhöhen die Konnektivität zwischen Hirnregionen, die normalerweise nicht miteinander kommunizieren
  • Diese Effekte korrelieren mit subjektiven Berichten von Ego-Auflösung und mystischen Erfahrungen

MAPS (Multidisciplinary Association for Psychedelic Studies)

MAPS ist keine Universität, sondern eine Non-Profit-Organisation, die seit 1986 die MDMA-Forschung vorantreibt. Ihre Phase-3-Studien zu MDMA-unterstützten Sitzungen bei Posttraumatischer Belastung haben beeindruckende Ergebnisse gezeigt. Forschung untersucht das Potenzial von MDMA als Katalysator für die Verarbeitung traumatischer Erinnerungen.

Rechtliche Entwicklungen weltweit

Die Gesetzgebung verändert sich schneller als je zuvor — wenn auch uneinheitlich.

Oregon (USA): Psilocybin Services Act

Im November 2020 stimmten die Wähler in Oregon für Measure 109. Seit 2023 können lizenzierte Service Center Psilocybin-Sitzungen anbieten — nicht als medizinische Intervention, sondern als persönliche Entwicklungserfahrung. Dies ist ein wegweisender Schritt: Psilocybin wird hier nicht als Medikament reguliert, sondern als eine Substanz, die in begleiteten Settings zugänglich sein soll.

Australien: TGA-Zulassung

Im Juli 2023 genehmigte die Therapeutic Goods Administration (TGA) die Verschreibung von Psilocybin und MDMA durch speziell zugelassene Ärzte — als weltweit erstes Land auf nationaler Ebene. Psilocybin wurde für die Begleitung bei behandlungsresistenter Depression zugelassen, MDMA für die Bearbeitung von Posttraumatischer Belastung.

Niederlande: Psilocybin-Trüffel

In den Niederlanden sind Psilocybin-haltige Trüffel (Sklerotien) seit 2019 legal erhältlich und werden in Retreat-Kontexten eingesetzt. Dies hat zu einem Ökosystem aus Retreat-Zentren, Facilitatoren und Ausbildungsprogrammen geführt.

Schweiz: Medizinische Ausnahmegenehmigungen

Die Schweiz ermöglicht über das Bundesamt für Gesundheit (BAG) Ausnahmegenehmigungen für den Einsatz von LSD und Psilocybin in Einzelfällen. Dieses System ist bewusst restriktiv, erlaubt aber eine legale Nutzung im klinischen Kontext.

Weitere Entwicklungen

  • Kanada: Ausnahmegenehmigungen für Psilocybin bei Palliativversorgung; mehrere Städte haben Entkriminalisierung beschlossen
  • Colorado (USA): 2022 stimmten Wähler für die Entkriminalisierung von Psilocybin, DMT, Ibogain und Mescalin
  • Jamaika: Psilocybin war nie verboten, was zu einem wachsenden Retreat-Sektor geführt hat

Forschungsschwerpunkte

Die aktuelle Forschung untersucht das Potenzial psychedelischer Substanzen in verschiedenen Bereichen:

Schwere Depression

Mehrere randomisierte kontrollierte Studien deuten darauf hin, dass Psilocybin-unterstützte Sitzungen bei schwerer Depression wirksam sein könnten. Eine Studie am Imperial College (Carhart-Harris et al., 2021, veröffentlicht in New England Journal of Medicine) verglich Psilocybin mit dem Antidepressivum Escitalopram und fand vergleichbare Ergebnisse — bei deutlich weniger Nebenwirkungen.

Posttraumatische Belastung

Forschung untersucht das Potenzial von MDMA als Katalysator für die Verarbeitung traumatischer Erinnerungen. Phase-3-Studien (Mitchell et al., 2021, veröffentlicht in Nature Medicine) zeigten, dass 67 % der Teilnehmer nach drei MDMA-Sitzungen die diagnostischen Kriterien für PTBS nicht mehr erfüllten.

Suchtverhalten

Pilotdaten von Johns Hopkins deuten darauf hin, dass Psilocybin-unterstützte Interventionen bei Nikotinabhängigkeit bemerkenswerte Abstinenzraten zeigen könnten (Johnson et al., 2014). Weitere Studien untersuchen das Potenzial bei Alkoholabhängigkeit (Bogenschutz et al., 2022, veröffentlicht in JAMA Psychiatry).

Existenzielle Ängste bei schwerer Erkrankung

Eine der am besten dokumentierten Anwendungen: Psilocybin-Sitzungen können bei Menschen mit lebensbedrohlichen Erkrankungen Angst und Depression deutlich reduzieren (Griffiths et al., 2016, veröffentlicht in Journal of Psychopharmacology). Die Effekte waren in Nachuntersuchungen über Jahre stabil.

Was bedeutet das für dich als Facilitator?

Die Forschung liefert dir Werkzeuge — Verständnis, Sprache, Orientierung. Aber sie definiert nicht deine Praxis. Klinische Forschung findet in streng kontrollierten Settings statt, mit Ein- und Ausschlusskriterien, standardisierten Protokollen und ärztlicher Aufsicht.

Deine Arbeit als Facilitator ist anders. Du bist kein Forscher, kein Arzt, kein Kliniker. Du bist ein Begleiter — jemand, der einen sicheren Rahmen schafft, in dem Menschen ihre eigenen Erfahrungen machen können. Die Forschung informiert deine Arbeit, aber sie ersetzt nicht dein Urteilsvermögen, deine Intuition und deine Präsenz.

Bleib informiert. Lies Studien. Versteh die Limitationen. Und wisse, wo die Grenze zwischen Forschung und Praxis verläuft.

Research Context

Forschung deutet darauf hin, dass Psilocybin-unterstützte Interventionen bei schwerer Depression vielversprechende Ergebnisse zeigen.

Davis et al., 2021, veröffentlicht in JAMA Psychiatry — Bei 71 % der Teilnehmer zeigte sich nach vier Wochen eine klinisch bedeutsame Verbesserung der Depressionssymptome — ein Ergebnis, das die Forschungslandschaft grundlegend verändert hat.

Exercise

Recherche-Aufgabe:

Besuche die Website von mindestens zwei der genannten Forschungszentren (z. B. Johns Hopkins Center for Psychedelic & Consciousness Research, Imperial College Centre for Psychedelic Research). Lies einen aktuellen Artikel oder eine Pressemitteilung.

Fasse in eigenen Worten zusammen: Woran wird dort gerade geforscht? Welche Ergebnisse findest du besonders relevant für deine Arbeit als Facilitator?