de-DEen-US
Psychedelic Facilitation Training — Umfassende Ausbildung für professionelle psychedelische Begleitung.

Psychedelic Facilitation Training

Die umfassende Ausbildung für angehende psychedelische Facilitatoren. Von ethischer Haltung über Substanzkunde und Krisenintervention bis hin zu Integration und Gruppenarbeit — 14 Module für professionelle Begleitung.

What you'll learn

  • Du kennst die wichtigsten weiteren psychoaktiven Substanzen und ihre grundlegenden Wirkprofile
  • Du kannst klassische Psychedelika von Empathogenen und Dissoziativa abgrenzen
  • Du bist in der Lage, Teilnehmerfragen zu verschiedenen Substanzen kompetent einzuordnen

Weitere Psychedelika im Überblick

Substanzfamilien-Stammbaum: Drei Zweige — Klassische Psychedelika (LSD, Psilocybin, Mescalin, DMT), Empathogene (MDMA) und Dissoziativa (Ketamin)

Diese Lektion vermittelt dir einen orientierten Überblick über weitere relevante psychoaktive Substanzen. Als Facilitator musst du nicht jede Substanz im Detail kennen — aber du solltest die Grundlagen verstehen, um Teilnehmerfragen kompetent beantworten zu können.

DMT (N,N-Dimethyltryptamin)

Wirkmechanismus: Klassischer 5-HT2A-Agonist (Tryptamin) Dauer: 10–20 Minuten (geraucht/vaporisiert), extrem intensiv Subjektives Erleben: Rapider Eintritt, häufig Berichte von „Durchbruchserfahrungen", Begegnungen mit wahrgenommenen Entitäten, Auflösung der gewohnten Realitätswahrnehmung Risiken: Extreme Intensität kann überwältigend sein, Sturzgefahr durch vollständigen Kontrollverlust Rechtlicher Status: In Deutschland als Betäubungsmittel (BtMG Anlage I) eingestuft

5-MeO-DMT

Wirkmechanismus: Potenter 5-HT2A-Agonist, auch Wirkung an weiteren Serotonin-Rezeptoren Dauer: 15–45 Minuten (geraucht/vaporisiert) Subjektives Erleben: Weniger visuell als DMT, dafür häufig tiefgreifende Ego-Auflösung, ozeanische Grenzenlosigkeit, intensive körperliche Empfindungen Risiken: Schwere Atemdepression möglich, Wechselwirkungen mit MAO-Hemmern potenziell lebensbedrohlich, psychologisch extrem fordernd Rechtlicher Status: In Deutschland nicht explizit gelistet, aber über das NpSG potenziell erfasst

Ayahuasca

Wirkmechanismus: Kombination aus DMT (Psychotria viridis) und MAO-Hemmern (Banisteriopsis caapi) Dauer: 4–8 Stunden Subjektives Erleben: Visionäre Erfahrungen, emotionale Reinigung, häufig Erbrechen als Teil des Prozesses (in Traditionen als „Purga" verstanden), starker narrativer und biografischer Charakter Risiken: Ernsthafte Wechselwirkungen mit SSRI und anderen Medikamenten, Übelkeit und Erbrechen, psychologisch intensiv Rechtlicher Status: DMT ist BtMG-gelistet; der rechtliche Status des Pflanzenmaterials ist komplex

Mescalin

Wirkmechanismus: 5-HT2A-Agonist (Phenethylamin) Dauer: 8–12 Stunden Subjektives Erleben: Sanfter Einstieg, warme und erdige Qualität, verstärkte Farbwahrnehmung, emotionale Offenheit, Naturverbundenheit Risiken: Starke Übelkeit zu Beginn, lange Dauer, Belastung für Herz-Kreislauf-System Rechtlicher Status: In Deutschland als Betäubungsmittel gelistet; kulturelle Ausnahmen in einigen Ländern für indigenen Gebrauch

MDMA — Empathogen (kein klassisches Psychedelikum)

Wirkmechanismus: Primär Serotonin-, Dopamin- und Noradrenalin-Freisetzung — KEIN primärer 5-HT2A-Agonist Dauer: 3–5 Stunden Subjektives Erleben: Intensive Empathie, emotionale Offenheit, reduzierte Angst, Gefühl von Verbundenheit und Vertrauen Risiken: Neurotoxizitätspotenzial bei wiederholtem Gebrauch, Hyperthermie, Hyponatriämie, Serotonin-Syndrom bei Kombination mit SSRI Rechtlicher Status: In Deutschland als Betäubungsmittel gelistet

Wichtig: MDMA ist kein klassisches Psychedelikum. Es erzeugt keine typischen Wahrnehmungsveränderungen, sondern wirkt primär empathogen. Die Abgrenzung ist für deine Arbeit als Facilitator relevant.

Ketamin — Dissoziativum (kein Psychedelikum)

Wirkmechanismus: NMDA-Rezeptor-Antagonist — ein vollständig anderer Mechanismus als klassische Psychedelika Dauer: 45–90 Minuten (intranasal), kürzer bei Injektion Subjektives Erleben: Dissoziation, Gefühl der Trennung von Körper und Umgebung, traumartige Zustände, bei hohen Dosen „K-Hole"-Erfahrungen Risiken: Abhängigkeitspotenzial, Blasen- und Nierenschäden bei chronischem Gebrauch, Atemdepression Rechtlicher Status: In Deutschland verschreibungspflichtiges Arzneimittel, nicht als Betäubungsmittel gelistet

Einordnung für deine Praxis

Als Facilitator in psychedelischen Retreats fokussierst du dich auf die Substanzen, mit denen du direkt arbeitest — primär LSD Derivate und gegebenenfalls Psilocybin. Dieses Überblickswissen befähigt dich, die Erfahrungen deiner Teilnehmer kontextuell einzuordnen und fundierte Gespräche über Substanzunterschiede zu führen.

Research Context

Die Unterscheidung zwischen klassischen Psychedelika (5-HT2A-Agonisten wie LSD, Psilocybin, DMT, Mescalin), Empathogenen (wie MDMA, das primär Serotonin freisetzt) und Dissoziativa (wie Ketamin, das am NMDA-Rezeptor wirkt) ist fundamental. Jede Klasse erzeugt qualitativ unterschiedliche Bewusstseinsveränderungen mit eigenen Chancen und Risikoprofilen.

Nichols, 2016, Pharmacological Reviews.

Exercise

Als Facilitator für psychedelische Retreats wirst du regelmäßig mit Teilnehmern arbeiten, die Vorerfahrungen mit verschiedenen Substanzen mitbringen. Diese Übersicht gibt dir das nötige Basiswissen, um solche Erfahrungen kompetent einordnen zu können.