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Psychedelische Integration — Erfahrungen verstehen, verarbeiten und nachhaltig in den Alltag integrieren.

Psychedelische Integration

Der umfassende Integrationskurs für alle, die eine psychedelische Erfahrung verarbeiten und in ihr Leben einbetten möchten. Von Neurowissenschaft über Schattenarbeit bis hin zu Langzeit-Integration — 12 Module für nachhaltigen Wandel.

What you'll learn

  • Du beherrschst die Grundform des inneren Dialogs
  • Du kannst einen konstruktiven Dialog zwischen verschiedenen Teilen moderieren
  • Du hast ein Verfahren für regelmäßige Teile-Check-ins

Vom Wissen zur Praxis

Du weißt jetzt, dass du aus Teilen bestehst. Du kennst Beschützer und verbannte Teile. Aber Wissen allein verändert nichts. Veränderung passiert im Dialog — in der aktiven, bewussten Kommunikation mit deinen inneren Teilen.

Die Grundform des Dialogs

Der innere Dialog ist einfacher als du denkst. Es ist keine Meditation und keine Trance. Es ist ein Gespräch — innerlich, still und ehrlich.

Schritt 1: Auswahl

Wähle einen Teil, mit dem du arbeiten möchtest. Du kannst ihn wählen durch:

  • Eine Emotion, die gerade da ist (z.B. Angst → der ängstliche Teil)
  • Ein Verhaltensmuster, das dich stört (z.B. Prokrastination → der vermeidende Teil)
  • Etwas, das während der psychedelischen Erfahrung aufgetaucht ist

Schritt 2: Kontakt

Richte deine Aufmerksamkeit auf den Teil. Wo spürst du ihn im Körper? Hat er ein Alter? Ein Aussehen? Einen Ausdruck?

Überprüfe deine Haltung: Bist du neugierig und offen — oder ablehnend und ungeduldig? Wenn Letzteres: Das ist ein anderer Teil, der dazwischenfunkt. Bitte ihn freundlich, etwas Raum zu machen.

Schritt 3: Dialog

Stelle offene Fragen. Warte auf Antworten — sie kommen als Gefühle, Bilder, Körperempfindungen oder Gedanken.

Gute Fragen:

  • „Was möchtest du, dass ich weiß?"
  • „Was versuchst du zu beschützen?"
  • „Was brauchst du von mir?"
  • „Was würde sich verändern, wenn du dich sicher fühlen würdest?"
  • „Wie alt bist du?"
  • „Was hast du erlebt?"

Wichtig: Du musst nicht sofort Antworten bekommen. Manchmal braucht ein Teil Zeit, um zu vertrauen. Manchmal kommt die Antwort erst Stunden oder Tage später — in einem Traum, einer Emotion, einem plötzlichen Wissen.

Schritt 4: Abschluss

Bedanke dich bei dem Teil. Sage innerlich: „Ich habe dich gehört. Danke, dass du dich gezeigt hast." Und kehre dann bewusst in den Alltag zurück.

Dialog zwischen Teilen

Fortgeschrittene Teilearbeit: Du moderierst ein Gespräch zwischen zwei Teilen. Das ist besonders nützlich, wenn du innere Konflikte erlebst — wenn ein Teil etwas will und ein anderer das Gegenteil.

Beispiel: Der Abenteurer vs. der Sicherheitsbeamte

Du willst dein Leben verändern (Abenteurer), aber etwas hält dich zurück (Sicherheitsbeamter).

Moderiere:

  1. Lass den Abenteurer sprechen: „Was willst du?"
  2. Lass den Sicherheitsbeamten antworten: „Warum ist das gefährlich?"
  3. Frage den Abenteurer: „Hast du das gehört? Was sagst du dazu?"
  4. Frage den Sicherheitsbeamten: „Was bräuchtest du, um dich damit wohl zu fühlen?"
  5. Suche nach dem gemeinsamen Bedürfnis — oft wollen beide dasselbe (z.B. ein gutes Leben), nur auf unterschiedlichem Weg.

Teilearbeit und Integration

In der psychedelischen Integration ist die Teilearbeit besonders wertvoll, weil:

  • Du Teile kennenlernst, die während der Erfahrung aufgetaucht sind
  • Du Beschützer beruhigen kannst, die durch die Erfahrung verunsichert wurden
  • Du verbannte Teile schrittweise ans Licht bringen kannst
  • Du innere Konflikte lösen kannst, die durch die Erfahrung ausgelöst wurden

Die Teile-Perspektive gibt dir ein Rahmenwerk, mit dem du auch die verwirrenden, widersprüchlichen Aspekte deiner Erfahrung einen Platz geben kannst.

Du musst dich nicht entscheiden, welcher Teil „recht hat." Du musst sie alle hören — und dann vom Selbst aus entscheiden.

Research Context

Pesso & Boyden-Pesso entwickelten die „Pesso Boyden System Psychomotor" (PBSP)-Methode, die zeigt, dass die bewusste „Umschreibung" innerer Szenen — in einem sicheren Rahmen — das emotionale Erleben nachhaltig verändern kann.

Die Teile-Dialog-Praxis nutzt ähnliche Prinzipien: Nicht die Vergangenheit ändern, sondern die innere Beziehung zu ihr.

Exercise

Wöchentlicher Teile-Check-in (15 Min)

Jede Woche:

  1. Setz dich still hin und frage: „Wer braucht heute Aufmerksamkeit?"
  2. Lass einen Teil sich melden
  3. Führe einen kurzen Dialog:
    • „Wie geht es dir?"
    • „Was brauchst du gerade?"
    • „Gibt es etwas, das du mir sagen möchtest?"
  4. Schreib den Dialog auf — als tatsächlichen Dialog:
    • Ich: „Was brauchst du?"
    • Teil: „Dass du langsamer machst."
  5. Danke dem Teil