
Psychedelische Integration
Der umfassende Integrationskurs für alle, die eine psychedelische Erfahrung verarbeiten und in ihr Leben einbetten möchten. Von Neurowissenschaft über Schattenarbeit bis hin zu Langzeit-Integration — 12 Module für nachhaltigen Wandel.
What you'll learn
Du verstehst verschiedene Bewegungsformen als Integrationswerkzeuge Du kannst die passende Bewegungsform für deinen aktuellen Zustand wählen Du hast ein persönliches Bewegungsritual entwickelt
Mehr als Sport
Wenn wir „Bewegung" sagen, denkst du vielleicht an Fitnessstudio, Joggen oder Yoga-Klassen. Das kann alles hilfreich sein. Aber die Art von Bewegung, die für Integration am wertvollsten ist, hat wenig mit Leistung zu tun.
Integrative Bewegung ist Ausdruck — nicht Training.
Warum Bewegung für Integration wichtig ist
Dein Nervensystem speichert Erfahrungen als Handlungsimpulse. Kampf, Flucht, Erstarrung — diese Reaktionen sind nicht nur mental, sie sind körperlich. Wenn sie während einer psychedelischen Erfahrung aktiviert, aber nicht vollständig durchlebt wurden, bleiben sie als unvollendete Bewegungen im Körper gespeichert.
Beispiele:
- Du wolltest weglaufen → Spannung in den Beinen
- Du wolltest schreien → Spannung im Kiefer und Hals
- Du wolltest dich zusammenrollen → Spannung im Rumpf
- Du wolltest zuschlagen → Spannung in Armen und Händen
Integrative Bewegung erlaubt diesen Impulsen, sich auszudrücken und zu vervollständigen.
Verschiedene Bewegungsformen und ihre Wirkung
Schütteln & Zittern (TRE-inspiriert)
Dein Körper weiß, wie er Spannung löst: durch Zittern. Tiere in der Wildnis schütteln sich nach einer Flucht — und dann ist es vorbei. Menschen haben diese Fähigkeit auch, unterdrücken sie aber meist.
Wann nutzen: Nach Stress, bei körperlicher Spannung, bei Überaktivierung.
Freier Tanz / Authentic Movement
Bewege dich ohne Ziel, ohne Choreografie, ohne Urteil. Lass deinen Körper führen. Schließ die Augen. Hör auf Musik, die dich berührt — oder tanze in Stille.
Wann nutzen: Für emotionalen Ausdruck, für Zugang zu unbewusstem Material, für Freude.
Yoga (traumasensitiv)
Yoga bietet ein Repertoire an Körperformen, die verschiedene Qualitäten ansprechen: Erdung, Öffnung, Kraft, Hingabe. Traumasensitives Yoga betont die Wahlfreiheit — du entscheidest, wie tief du gehst.
Wann nutzen: Für Stabilisierung, für Körperwahrnehmung, als tägliche Praxis.
Naturgang
Langsames, achtsames Gehen in der Natur. Spüre jeden Schritt. Beobachte ohne zu bewerten. Lass dich von der Umgebung berühren.
Wann nutzen: Bei Unteraktivierung, für Erdung, als sanfte Aktivierung.
Stimm-Ausdruck
Summen, Tönen, Singen, Stöhnen — Klang ist Vibration, und Vibration ist Bewegung. Stimmausdruck kann tief sitzende Spannungen lösen, besonders im Hals- und Brustbereich.
Wann nutzen: Bei festsitzenden Emotionen, für Energiefluss, als Nervensystem-Regulation.
Die richtige Bewegung für deinen Zustand
| Dein Zustand | Empfohlene Bewegung |
|---|---|
| Überaktiviert, ängstlich | Erdende Bewegung: langsames Gehen, tiefe Dehnungen, Yoga |
| Unteraktiviert, taub | Aktivierende Bewegung: Schütteln, Stampfen, schnelles Gehen |
| Emotional aufgewühlt | Ausdrucksbewegung: Freier Tanz, Stimmarbeit |
| Verwirrt, desorientiert | Strukturierte Bewegung: Yoga-Sequenz, Box Breathing + Gehen |
| Traurig | Sanfte Bewegung: Wiegen, langsames Tanzen, Naturgang |
Dein persönliches Bewegungsritual
Finde eine Bewegungsform, die zu dir passt, und mache sie zu einem Ritual. Nicht als Pflichtübung, sondern als Geschenk an deinen Körper.
Die 5-Minuten-Sequenz in der Seitenbox ist ein guter Start. Passe sie an, wenn du merkst, was dir besonders guttut.
Integration, die nur im Kopf stattfindet, bleibt im Kopf. Dein Körper will mittanzen.
Research Context
Van der Kolk (2014) zeigte in „The Body Keeps the Score", dass Yoga, Tanz und andere Bewegungsformen traumasensitiv angewendet tiefgreifende Veränderungen im Nervensystem bewirken können.
Koch et al. (2014) fanden in einer Metaanalyse, dass Tanztherapie signifikante Effekte auf Angst, Depression und Körperbild hat.
Exercise
5-Minuten-Bewegungsritual
Täglich, am besten morgens:
- Schütteln (1 Min) — Schüttle deinen ganzen Körper, von den Füßen bis zum Kopf
- Strecken (1 Min) — Strecke dich in alle Richtungen, folge den Impulsen
- Freie Bewegung (2 Min) — Bewege dich, wie dein Körper es möchte. Keine Choreografie. Musik optional.
- Stillstand (1 Min) — Steh still. Spüre nach. Was hat sich verändert?
Dokumentation: Ein Wort für das Gefühl danach.